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Nachhaltiges Arbeiten

Wie das bei mir aussieht? Und, ob das Arbeiten im Büro auch wirklich nachhaltig ist?

Ja, im Büro. So kann man das bei mir wohl nicht ganz bezeichnen. Eher vielleicht mein Büro. Portable. Findet Platz in einem Rucksack. Das Büro besteht genau aus

  • einem Notebook, das ich zum Arbeiten aufstellen kann wo ich will oder gerade bin
  • drei Kabeln (Strom, Mobiltelefon, Kopfhörer)
  • einer Maus ohne die ist das Arbeiten für mich einfach wesentliche anstrengender ist
  • einem Notizbuch oder Notizzetteln (die sich gut aus unvermeidbaren, einseitig bedruckten Postsendungen, geöffneten Kuverts oder Info-Zettel aus der Kinderbetreuung) machen lassen. 
  • ein Werbe-Stehkalender (weil ich einfach mit Kind nicht täglich / immer am Computer sitze)
  • ein weißer Ordner (da waren vor gut 15 Jahren noch Schulunterlagen drinnen) mit der Buchhaltung
  • und Bleistift, Radiergummi und Spitzer bzw. ggf 4 Buntstifte oder 4 Leuchtmarker (ich weiß, die sind nicht gerade nachhaltig)
  • Je nachdem wo und wie lange ich arbeite, findet sich noch eine Mehrwegflasche/-becher und ein Essen im Büro(Rucksack).

Das war´s. Mehr brauche ich nicht.

Ok, manchmal für die Buchhaltungsgeschichten (weil die ja immer noch ausgedruckt werden wollen) noch einen Drucker inkl. Druckerpatrone (schwarz) und Recycling-Papier oder Scanner. Aber auch drucke ich mehrere Seiten auf ein Blatt oder bedrucke zumindest das Blatt beidseitig oder gar noch mehrere Seiten auf eine Seite. In der niedrigsten Qualität. Als Entwurf. Was mehr als ausreicht für meine Zwecke.

 

Nachhaltiges Büro

Wie sieht dein Büro aus? Du glaubst du brauchst viel, viel mehr in deinem Büro und hast keine andere Wahl? Ich meine doch. Wir als Unternehmer oder aber auch als Dienstnehmer/-in haben viele Möglichkeiten das Büro nachhaltiger zu gestalten. Den CO2-Abdruck zu verringern. Ein paar von diesen zeige ich euch gerne nachfolgend auf. Fangen wir mal mit der Infrastruktur und der Ausstattung wie bei mir oben an. Also: Bunt- und Bleistifte statt Marker. Oder nachfüllbare Marker.

 

Den nachfolgenden Teil erfinde ich nun nicht neu, sondern nutze die Gelegenheit einige Punkte analog aus dem Buch "Ohne Wenn und Abfall" von Milena Glimbovski heraus zu nehmen und teilweise mit meinem Ansatz in Kursiv zu ergänzen. 

  • Ohne Abfall / Müll auskommen. Oder zumindest entstandenen Müll trennen. DA findet ihr laufend Tipps und Tricks am Blog.
  • Scannen statt kopieren. Oh ja! Viele Formulare lassen sich zudem online ausfüllen und mit digitaler Signatur absenden.
  • Schmierpapier aus Papier, das bereits einseitig bedruckt ist. Anm. Oder Postkuverts und -sendungen, die sich nicht vermeiden ließen und nicht mehr benötigt werden. Werdet kreativ - aus so vielen Dingen lässt sich eben Notizzettel schneiden oder auch Zeichen- und Malpapier für das Kind machen ohne Papier kaufen zu müssen.
  • Recyclingpapier und ggf. -kuverts verwenden. Oder zumindest FSC-Papier verwenden. Noch besser: Kein Papier!
  • Paketkartons und Stopfmaterial können aufbewahrt und wieder verwendet werden. Als Klebeband die Papierversion verwenden.
  • Aufkleber mit "Bitte keine Werbung, Flyer und kostenlose Zeitschriften einwerfen. Ich möchte Müll sparen". In Österreich macht es Sinn den offiziellen Aufkleber "Bitte keinen unadressierten Sendungen!" der Post anzufordern und zu verwenden. Und, für so manche Posteinwerfer, die nicht lesen können oder wollen nochmals mit einer persönlichen Nachricht am Postkasten ergänzen. Das bedarf anfangs einiger Anstrengungen, dann funktioniert´s tadellos (bis Ferialjob-Zeit ist).
  • Die vielen adressierten Sendungen, die wir nicht benötigen, lassen sich ganz einfach mit einem kurzen Standard-E-Mail  abbestellen: "Ich bitte Sie mich aus Ihrem Werbeverteiler zu löschen. Bei Bedarf melde ich mich gerne direkt und online bei Ihnen. Ich spare Ressourcen. Denn mit Werbepost und Postwurfsendungen fallen rund 98 Kilogramm Papierabfall pro Jahr und Haushalt an. Mal ganz vom Ressourcenverbrauch, der nötig ist um diese Printprodukte zu produzieren und dann wieder zu recyclen. Den Arbeitsstunden von Marketerinnen, Textern, Grafikerinnen, Druckern, Postbotinnen. Und den Wegen zur Müllstation, die mir selbst erspare, wenn ich keinen Holzofen besitze." Auch das ist eine Zeit lang (1 Jahr) ein Aufwand, dann ist der Postkasten allerdings meist leer. Ich kann euch sagen: DAS befreit.
  • Die Buchhaltung kann digital geführt werden, ebenso wie die Kontoauszüge nicht mehr ausgedruckt per Post zugestellt werden müssen. Kontoauszüge und Bankgeschäfte eh klar. Bei der digitalen Buchhaltung habe ich allerdings noch von keinem Buchhalter gehört, dass das möglich ist. Bislang hieß es noch immer auf diese, meine Frage, dass ich die Dinge ausdrucken und in einem Ordner ablegen solle. Weiß da wer für Österreich was anderes?
  • Nein, immer wieder nein zu Visitenkarten. Wenn man eine angeboten bekommt, kurz annehmen, bedanken, wertschätzen, abfotografieren und freundlich zurück geben. Mit dem Hinweis auf Zero Waste.
  • Überlegen welche Abos von Zeitschriften, Zeitungen, Katalogen, Magazinen man wirklich braucht und vor allem auch liest und was in digitaler Form vollkommen ausreicht. Überflüssiges abbestellen. Siehe oben.
  • Büromaterialien nur bei Lieferanten bestellen, deren Philosophie nachvollziehbar und mit gutem Gewissen vertretbar ist. Im Idealfall beim regionalen Händler direkt im Ort abholen.
  • Bei der Anschaffung von Elektrogeräten und weiteren Arbeitsmaterialien die Lebensdauer, laufende Kosten und der Aufwand der Wartung und Entsorgung in die Überlegungen mit einbeziehen. Beim Kauf den örtlichen IT-Dienstleister nutzen und über ihn die Produkte (wenn sie auch nicht bei uns produziert werden) kaufen. Vor der Neuanschaffung die Geräte reparieren, reparieren und sich über nachhaltigere Alternativen erkundigen. 
  • Laptops, Computer, Beamer, Drucker, etc. herunter fahren und ausschalten. Der Standby-Modus verschlingt ganz schön viel Strom. Darüber habe ich bereits geschrieben.
  • Wechsel von einem konventionellen Stromanbieter hin zu einem nachhaltigen. Yes, das geht. Auch wenn du in einer Eigentümergemeinschaft lebst. Du kaufst und zahlst eben z. B. den regionalen Öko-Strom, was in meinem Fall nur ganz unwesentlich (1,00 bis 2,00 Euro pro Monat) teurer ist als der konventionelle Strom. Eingespeist wird natürlich der im Haus übliche Strom. Nichtsdestotrotz trägst du einen wesentlichen Beitrag zur ökologischen und klimaneutralen Stromversorgung bze. dessen Ausbau in der Region bei. Und: Einfach Strom sparen und Energieeffizienz leben.
  • Toner nachfüllen lassen anstelle immer neu bestellen.
  • Licht und Heizungen regelmäßig aus- bzw. wieder runter schalten. Ja, was brauchen wir denn wirklich an Licht, wenn es taghell ist? Bietet es sich sogar an nach dem natürlichen Zyklus zu leben? Sprich: Zu schlafen oder ruhen, wenn es dunkel ist und zu arbeiten, wenn genügend Licht da ist? Bei der Wärme stellt sich die Frage, ob ich im Winter wirklich auch noch barfuss und mit kurzen Hosen oder T-Shirt mich in der Wohnung aufhalten und die Heizung aufdrehen muss? Oder ob ich mir nicht einfach Hausschuhe, lange Hose und Pullover anziehen kann? Gilt natürlich auch für den Arbeitsplatz.
  • Ich selbst stelle mir auch immer wieder die Frage: "Braucht es eine / diese Klimaanlage im Sommer wirklich?" Ja, eines was ich gar nicht mag sind diese Anlagen, ebenso wie Zugluft, gerade in unseren Breitengraden. Wäre es mal angenehm warm, wird gleich dieses Gerät angeschaltet und wieder runter gekühlt. Also: Ich hinterfrage die Nutzung eines solchen Gerätes (wie auch andere) sehr.  

Essen bei der Arbeit

Zum Essen und Trinken im Büro oder zu Bürozeiten muss ich hier auf www.krautblog.com wahrscheinlich nicht mehr viel schreiben. Das ergibt sich auf jeden Fall aus den zahlreichen, anderen Beiträgen bei welchen es um saisonale, regionale, unverpackte Lebensmittel direkt vom Produzenten geht. Ebenso wie in den Beiträge, wie wir Lebensmittelabfälle vermeiden können oder wie wir Resten verwerten können. Oder aber generell "Nachhaltig im Alltag" mit einem "Lustvollen Verzicht" leben können.

Bei mir sieht das so aus, dass ich meinen Thermo-Mehrwegbecher aus Metall mit dem selbst gemachten und hergestellten Wild-Kräutertee oder Leitungswasser befülle (und das seit eh und je / im Büro, bei anderer Arbeit, Schule, Studium, Weiterbildung, zu Hause) und mehrere davon täglich trinke. Zum Essen gibt´s an Arbeitstagen meist bereits Vorgekochtes, Reste oder aber in Gläsern abgefüllte oder gekaufte Eintöpfe oder zu Hause vorbereitete, belegte Brote oder Salate jeder Form. Ich arbeite im Home Office, wenn man diese 2m² im Kinderzimmer überhaupt so bezeichnen kann. Für die Berücksichtigung in der Einkommenssteuererklärung geht´s auf jeden Fall nicht. Oder aber an einem Flex-Desk im co-working-space, unweit vom Wohnort und der Kinderbetreuungseinrichtung entfernt. Aber auch im örtlichen Cafe oder Coffee Shop.

In größeren (oder auch kleineren) Büros oder eben co-working-spaces und Gemeinschaftsbüros bietet sich in dieser Hinsicht natürlich an,

  • dass jeder selbst die Verantwortung dafür übernimmt, dass Lebensmittel nicht ungenießbar werden.
  • dass manche Dinge möglicherweise sogar gemeinschaftlich gekauft und genutzt werden.
  • dass gemeinsam wöchentlich ein Resterlessen gekocht und verspeist wird.
  • dass Leitungswasser anstelle von gekauftem (Mineral)Wasser getrunken wird.
  • dass Getränke-Automaten oder -Kühlschränke mit Inhalten aus Mehrweggebinden gefüllt sind.
  • dass vielleicht anstelle eines Kaffee-Automaten ein Kaffee-Vollautomat verwendet wird.
  • dass möglichst fair, biologisch, saisonal und regional eingekauft wird. Auch die Getränke.

 

Arbeitsweg und -routine

Nachhaltiger geht´s nicht nur im Büro, sondern und vor allem bereits schon beim täglichen Arbeitsweg bzw. den Arbeitsroutinen.

 

Etwa der Kultur von Meetings. Ach, was habe ich doch selbst schon so viele nicht effiziente und zum Ziel führenden Sitzungen und Besprechungen erlebt. Eine zeitlang bin beruflich auch extrem viel beruflich gereist. Sei das zu Veranstaltungsorten in ganz Vorarlberg als auch Vorarlberg-Wien-Vorarlberg oder als Grenzgängerin angewiesen auf ein Auto in die Schweiz. Bis ich diese ganze Sache hinterfragte und eben überlegte wie es sich nachhaltiger Arbeiten ließe. Ihr könnt euch wahrscheinlich denken, dass dabei nicht nur die Umwelt, die Natur inkl. dem Körper danke sagten. Eine ganz neue, andere Lebensqualität und Beziehungskultur entstand. Dazu habe ich für am Blog vor einiger Zeit im Artikel "7 x nachhaltig im Alltag" oder "NachhaltigER Reisen" geschrieben.

Eindeutig geht´s nachhaltiger bei den täglichen Wegen, die wir zurück legen. So geben bei Umfragen viele Mitarbeitenden an: "Sie könnten sich vorstellen auf das Fahrrad, die öffentlichen Verkehrsmittel vom Auto umzusteigen, wenn ...". Aus Erfahrung ist die tatsächliche Umsetzung dessen dann ein längerer Prozess, wie ich bei der Entwicklung und Umsetzung von  Mobilitäts- und Nachhaltigkeitskonzepten live erlebt habe.

 

Was wir als Unternehmer/-innen allerdings machen können, um Mitarbeiter/-innen oder unser Umfeld auf ein nachhaltigeres Arbeiten einzustellen:

  • Vorbild sein. Vorleben. Und erläutern was für Vorteile diese oder jene Form der Bewältigung des Arbeitsweges oder Änderung der Arbeitsroutine mit sich gebracht hat.
  • Überdachte, sichere Fahrradabstellplätze anbieten.
  • Firmeninterne Dusch- und Waschmöglichkeiten schaffen.
  • Tickets für den Öffentlichen Personenverkehr (mit)finanzieren.
  • Mitarbeiter/-innen, die keinen Parkplatz benötigen belohnen.
  • Parkplatzbewirtschaftung für Autofahrer/-innen.
  • Fahrgemeinschaften unterstützen.
  • Raum schaffen für die Ideen der Dienstnehmer/-innen.
  • Experimente, z. B. Garten auf Firmenterrasse durchführen lassen.
  • Sich Zeit nehmen für nachhaltige Themen.
  • Einfach Neues ausprobieren. Und: Tun!

Natürlich lässt sich auch bei dem ganzen Online-Geschäft hinterfragen, ob DAS wirklich nachhaltig ist oder nachhaltiger geht. Zumindest können wir schon mal 

  • mit einem grünen Hosting-Anbieter (biohost.de, ssl.greensta.de, greenwebspace.com, fairkom.eu) zusammenarbeiten.
  • unsere E-Mails z. B. über einen nachhaltig arbeitenden E-Mail-Anbieter (z. B. posteo.de) empfangen.
  • das Website-Paket über den regionalen Dienstleister (z. B. adino.at) laufen lassen.

Und nun zurück zu den Fragen, die ich mir und uns anfangs gestellt hatte: Wie sieht nachhaltiges Arbeiten beim mir aus? Und, ob das Arbeiten im Büro auch wirklich nachhaltig ist? Erstere Fragen sollte sich im Laufe dieses Artikels erklärt haben. Letztere Frage würde ich mit "nein" beantworten. Wirklich nachhaltig ist das Arbeiten nicht. Zumindest nicht, wenn wir nicht in einem der systemrelevanten Branchen tätig sind oder im Tiny House mit Selbstversorgergarten leben. Wir können unsere Arbeit, unseren Arbeitsalltag, die Arbeitswege und die täglichen Routinen nachhaltigER gestalten. So wie wir nachhaltiger Reisen können, wenngleich das Reisen an sich in den allermeisten Fällen nicht nachhaltig ist.

 

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