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Nichtstun.

 

Es geht nicht um das Kraut, auch nicht um die Fotografie. Heute SCHREIBE ich und schenke euch einfach diese Schreiberei. Es geht um das NichtsTUN. Wie war es denn bei dir so mit der stillen Zeit? 

 

Ich wünschte euch viel Spaß beim Beobachten der Schneeflocken und der Vögel im Baum. Wisst ihr noch? Sonst, schaut hier im letzten Blogbeitrag einfach nochmals nach.

  

Und, hat´s geklappt? Wie war es denn bei dir so mit der stillen Zeit? Wie hast du die stille Zeit verbracht bzw. verbringst sie glücklicherweise noch? Schneeflocken, Vögel und co.? War es still, gab es ruhige Zeiten? Nein? Ja? Wann? Oder vielleicht wieso hat es denn überhaupt eine stille Zeit gegeben?

Vögel beobachten

Ich kann es selber nicht glauben. Ich hatte tatsächlich die Schneeflocken beobachtet. Ja, und auch die Vögel! Ganze 32 stille Stunden am Stück konnte ich mir nehmen. Gestaunt habe ich da: Kohlmeise, Haubenmeise und co. in Hülle und Fülle. Kann außerdem beim Zuschauen ganz schön stressig werden, wenn die kleinen Vögelchen da so rauf und runter, hin und her schwirren, um sich das Futter im Vogelhaus zu ergattern. Oder auch wenn es so richtig schneit. Schon beobachtet? Auf jeden Fall es war einfach herrlich. Einfach nichts tun (müssen). Naja ok, stimmt nicht ganz. Rein gar nichts zu tun über einen solchen (langen) Zeitraum ist fast unmöglich. Allerdings habe ich versucht es zu beschränken auf Essen (ja, nur Essen ohne vorher nachzudenken, einzukaufen, zu kochen und hinterher aufzuräumen und so – als Mutter so zwischendurch einfach herrlich!) und den sonstigen körperlichen Bedürfnissen nachzugehen. Du weißt ja. Ja, und das Laufen zwischen Dusche, Whirlpool, Liege, Sauna, Bett und Speiseraum. Ich war eine Nacht im Hotel – ein Luxus, das sage ich dir. Mit dem Wesentlichen beschäftigt sein: Schlafen, Essen. Genial! Das war noch kurz vor dem Weihnachten.

 

Und dann … platsch … der Alltag … glaubst du? Nein! Ehrlich! Ich und wir haben uns da nicht irritieren lassen. Ein bisschen Schnee und Rodeln mit unserem Sohn. Das erste Mal – da bist du auch ganz im Hier, ganz im Jetzt. Hast ja ein Kind auf dem Schoss, frühmorgendlich war der Schnee noch „sehr schnell“, die Kurven und so. Ein bisschen zu Hause chillen. Tiefkühlpizza (ja, tatsächlich! Erlaubt haben wir uns das!).

Kinder beobachten

Aber fasziniert hat mich dann doch als wir irgendwann nach den Feiertagen ungeplanterweise (es versteht sich von selbst, dass man sprich frau da nicht alles mit im kleinen Rucksack hatte) erstmals (!) eine Woche, bei den Schwiegereltern „eingecheckt haben“ und ich die vielen Urlaubsenkelkinder beobachtet habe. Dieses Einfache, dieses Unbeschwerte, diese Emotionen, die da sein dürfen. Diese (noch nicht wegtrainierte, sprich „erzogene“) Verbundenheit. Diese Liebe. Diese Wut. Diese Angst. Diese Freude. Das Ursprünglichste. Schön! Vor allem das Sein im Hier (sprich dort) und Jetzt. Einmal von Seiten der Kleinkinder und andererseits auch für mich als Beobachterin. Da kannst du nicht über das Morgen oder das Gestern, das Wetter oder was auch immer nachdenken, wenn´s genau um DIESEN, EINEN (war natürlich der Achte) kleinen Traktor da geht. Super! Zurück zum Rucksack. Kurz und gut: Zum Leben braucht es echt nicht viel oder wie viele Hosen hattest du in den letzten beiden Schwangerschaftsmonaten oder beim letzten Männerausflug? Eine, Zwei? Das aber ein andere Geschichte.

sich selbst beobachten

Mein Körper wollte sich dann auch noch eine gute Auszeit nehmen und mir noch mehr Stille und Ruhe vergönnen, um zu schauen, dass die Seele hinter her kommt. Sprich: Krank, Bettruhe (soweit als möglich). Nichtstun bis zum Umfallen. Im Prinzip ist ja das Wort „NichtsTUN“ schon ein Widerspruch in sich. Konfliktpotenzial. Aber gut. Zu diesem Nichtstun (im Idealfall von sich selbst und nicht vom Körper ausgehend): Hast du das das schon mal ausprobiert?

 

Das ist ja nicht so einfach wie es klingt, versuche es einfach – nichts Tun. Nein, in einem Buchlesen oder im Smartphone lesen/tippen. Das gilt nicht! Keine Ablenkung! Nein, auch nicht schlafen. Es kann nämlich ganz schön anstrengend sein dieses wirkliche Nichtstun. Irgendwann erst nämlich wirst du tatsächlich zur Ruhe kommen. Dazwischen und davor wird es recht unangenehm. Da kommen so Fragen hoch „Darf ich das jetzt?“, „Ist das jetzt doof!“, „Ich könnte mir ja einen Cafe machen!“, „Hunger hätte ich auch schon.“, „Ach, das sollte ich schnell noch erledigen!“, „Ach, schon wieder eine Idee für den nächsten Blogbeitrag.“, „Diesen Gedanken möchte ich behalten.“, „Mensch, DAS probiere ich demnächst kochend aus.“ oder ganz andere Themen wirft dieses Nichtstun auf. Lebensfragen. Lebensthemen. Was, kann ich dir nicht sagen. Ausprobieren. Übung macht den Meister. Einfach genial mit der Zeit. Aber auch für mich immer wieder eine neue Herausforderung.

 

Der Winter – die stille Zeit ist ja noch nicht vorüber, also lass uns weiter üben.

Das geht auch ohne krank zu sein, bei einer Meditation. [Regungsloses Sitzen in der Stille z. B., 20 Minuten, am Anfang vielleicht einfach mal zwei, drei Minuten].

 

Ja, und jetzt DU?

Wie geht es dir dabei?

Erzähle doch wie das bei dir mit der Stille(n Zeit) und dem Nichtstun so ist? 

Gib uns deine Erfahrungen weiter!

 

Eure Andrea* [krautblog.com]

 

PS. Verzeiht mir, wenn sich in den Beiträgen Tippfehler oder sonstige ausdruckstechnische, grammatische Fehler finden. Ich versuche die Beiträge aus mir heraus zu tippen und nicht zu ändern oder drei Mal Korrektur zu lesen. Korrekte Rechtschreibung und dergleichen sind mir äußerst wichtig. Nicht zu 100 Prozent hier in diesem Tagebuch (sprich Blog).

 

PPS. In diesem Sinne: Kein (Wild)Kräutersalz von Kraut+Fotografie kaufen – nicht das du noch auf die Idee kommst zu kochen. ;-)

 

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