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Quitte: Goldener Apfel des Paris

Zu Unrecht in Vergessenheit geraten, erwacht sie auch in der heimischen Kulinarik langsam wieder aus ihrem Dornröschenschlaf. Die Quitte. Sie duftet äußerst aromatisch und ihr Geschmack erinnert an eine Mischung aus Apfel, Birne und Marille, wenn man ihre Vorzüge richtig zuzubereiten weiß. Denn roh genossen zeigt dieses alte Kulturobst eher seine herben Seiten.

 

Mit ihrem verführerischen Duft versüßt uns die Quitte den Spätherbst, denn ihre Früchte werden erst im November gepflückt und bilden somit den Abschluss des Erntejahres. Die herbstliche Powerfrucht des zierlichen Obstbaumes, der zu den Rosengehölzen zählt, hat es in sich. Doch ihr leckeres Aroma und die wertvollen Inhaltsstoffe gibt sie nicht ganz kampflos frei.

Wer in eine rohe Quitte beißt, wird sich davor hüten, es ein zweites Mal zu versuchen. Das Obst enthält neben Vitamin C, Kalium, Zink und Eisen eben auch bittere Gerbstoffe und ein steinhartes Fruchtfleisch, das erst durch den Kochvorgang weich und schmackhaft wird. Auch der zarte, pelzige Flaum, der die Frucht vor Beschädigungen schützt, schmeckt äußerst bitter und sollte vor dem Verarbeiten mit einem Tuch entfernt werden.

 

Der goldene “Quitten-Apfel” ist in Mittelasien schon seit mehreren Jahrtausenden bekannt und war auch bei den alten Griechen und Römern ein hoch geschätztes Heil- und Nahrungsmittel. Angeblich solle sie Liebe, Glück, Schönheit und Fruchtbarkeit bescheren. In der hiesigen Volksheilkunde wird die Quitte und besonders ihre Samen als zuverlässiges Mittel gegen Hustenreiz, bei Entzündungen im Mund- und Rachenbereich oder zur Verdauungsförderungen erwähnt. 

 

Der goldene Herbst im Glas

Wer nicht über ausreichend Platz verfügt, um das druckempfindliche Obst gut gepolstert zu lagern, sollte das schmackhafte Aroma der goldenen Herbstfrüchte lieber direkt im Glas haltbar machen. Aufgrund ihres hohen natürlichen Pektingehaltes eignet sie sich die Quitte besonders gut zum Gelieren. Die Portugiesen gaben ihr den Namen “marmello”. Es wird angenommen, dass die Urform unserer Marmeladen mit Quitten hergestellt wurde. Ob nun zu Mus, Gelee, Marmelade oder auch Saft gekocht, hat die Quitte in jedem Fall einen unverwechselbaren Geschmack und harmoniert sowohl mit süßen als auch mit herzhaften Speisen hervorragend.

 

Das Quittenbrot (siehe Tipp) ist eine fruchtige süß-saure Leckerei in der Winterzeit. In Spanien ist es als “dulce de membrillo” auf den Märkten zu finden und wird gerne zu dem traditionellen Manchego-Käse gegessen oder für süßes Gebäck verwendet. Bei uns ist diese Speise als Quittenkäse bekannt und wird gerne als süßes Konfekt in Zucker gewälzt oder pur  zur Käseplatte gereicht.

 

Als Aperitif oder Digestif hat die Quitte bei uns Tradition und zaubert in Form von Edelbrand oder Likör den goldenen Herbst ins Glas.

 

Tipp

1,5 Kilogramm Quitten vierteln und mit dem Saft und der Schale 1 Bio-Zitrone, 1 Zimtstange, 4 Stück Sternanis und 1,5 Liter Wasser in einen großen Topf geben und 45 bis 60 Minuten köcheln lassen. Wenn die Quitten fertig gekocht sind, Zitronenschale und co. aus dem Topf nehmen und durch ein Sieb abseihen. Das verbliebene Quittenmus abwiegen und 1:1 mit Rohrohrzucker nochmals unter ständigem Rühren einkochen bis eine dickliche Masse entsteht. Leicht abkühlen lassen und die Masse auf ein eingefettetes Backblech streichen und einige Stunden (im Backrohr bei 50 Grad) trocknen lassen. In kleine Würfel geschnitten und in Hagelzucker gewälzt, so ist ein selbstgemachtes Quittenbrot entstanden.

 

 

Dieser Artikel ist für die App Direkt Regional entstanden. Die App, die Produzenten und Konsumenten miteinander verbindet.

Rezept: Gute Küche – Das österreichische Gourmetportal

Bild: Markus Spiske via Unsplash

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