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Selbstorganisation als Weg

Effektiv und effizient zusammenarbeiten mittels Soziokratie.

 

Ein Austauschtreffen für Interessierte an der soziokratischen Kreisorganisationsmethode fand 2020 in Dornbirn statt.

 

Soziokratie ist gelebte Demokratie. Eine Methode, die faire Entscheidung herbeiführt und sich vom üblichen Mehrheitsprinzip unterscheidet. Durch die interne Moderation von Sitzungen durch geschulte Gesprächsleitungen ist das eine neue Form von Leitung und Führung. Es geht darum die Dinge gemeinsam zu entscheiden und effizient zusammen zu arbeiten.

 

Anja Ritter aus Langenegg ist Leiterin der Region Bodensee des Soziokratie Zentrums, ein Zusammenschluss von Soziokratie-Experten, die sich für die Verbreitung dieses Ansatzes einsetzen. Sie hat gemeinsam mit der Expertin Suzanne Käser die Veranstaltung in Dornbirn organisiert und gibt folgendes Beispiel: Es steht der nächste Firmenausflug an. Es gibt den Vorschlag am 15. September eine Wanderung auf den Hohen Freschen zu unternehmen mit Ausklang im Gasthof Traube. Bei der soziokratischen Methode gab es dazu nun zwei Meinungsrunden. Bei diesen wurde Jeder reihum aufgefordert seine Meinung im Sinne des gemeinsamen Zieles (Wanderung als Firmenausflug) kund zu tun. Bei zweiter Runde ist dabei das Besondere das die Meinung geändert werden kann, nachdem neue Ideen von Kolleginnen dazu gekommen sind. Aus dessen wurde dann der neue, konkrete Vorschlag vom Gesprächsleiter formuliert, in dem es zwei verschiedene Aufstiegsvarianten gibt und ein anderes Restaurant mit höherer Auswahl an vegetarischen Speisen für den Ausklang gewählt wurde. Der Beschluss wurde gefasst, nachdem nun niemand mehr einen schwerwiegenden, begründeten Einwand im Sinne des gemeinsamen Zieles hatte. „Wesentlich dabei ist, dass das nicht von Anfang an ohne geübte und eingeschulte Gesprächsleiterin geht“, erwähnt Ritter in diesem Zusammenhang.

 

Um die Einfachheit des Ganzen darzustellen, rezitiert die Soziokratie-Expertin die Kinder in den indischen Kinderparlamenten, die u. a. auch in der international tätigen Organisation UNO vertreten sind. Sie sagen: „Wir finden für alle Probleme dieser Welt in 15 bis 20 Minuten eine Lösung. Bei uns gibt es keine Opposition. Wir entscheiden gemeinsam.“ So konnten bereits Kinderehen verhindert, die Verbrennung von Plastik in den Dörfern untersagt oder globale Umweltschutzthema in internationale Gremien eingebracht werden.

 

Es geht um das Gemeinsame. Es ginge darum die Lösung in den Mittelpunkt zu stellen ohne irgendjemanden zu übergehen. Tatsächlich entscheidet bei Sitzungen nach dem soziokratischen Prinzip nicht die Mehrheit, sondern das Argument. Alle arbeiten auf Augenhöhe zusammen und übernehmen damit Verantwortung.

 

Mit Soziokratie zur Selbstorganisation

Wie kann es gelingen diese Methode in Vereinen und Unternehmen zu implementieren? Dieser Frage gingen Experten und Interessierte, im Rahmen des Vernetzungstreffens nach.

Dabei berichteten Vertreter der Tiny Haus Gemeinschaft Vorarlberg, der Kinder- und Jugendklinik Ravensburg und Pawi Verpackungen Winterthur von ihren Erfahrungen. Über die Praxistauglichkeit von Soziokratie informierten S.I.E. Solutions Lustenau, Bioland Deutschland sowie Stadträte und -bedienstete aus Augsburg. Zum Wort kamen zudem Vertreterinnen von einer elternverwalteten Privatschule und einem Kompetenzzentrum für Menschen mit Behinderung.

 

Pia Härtinger, Augsburger Stadträtin: „Ich erlebte Mehrheitsentscheide, manchmal sehr unbefriedigend. Deshalb habe ich die Idee der Soziokratie in Ausschüssen in unserer Stadt eingebracht." Die konsequente Moderation und das gemeinsame Ziel hat die Gremien der Stadt weitergebracht. Auch von der S.I.E Lustenau vertreten durch Markus Dillinger und Jacqueline Hackbarth wurde bestätigt, dass Sitzungen so ausgezeichnet funktionieren, Entscheidungen werden in der Breite getragen und umgesetzt. „Eine externe Begleitung ist anfangs unabdingbar“, so der Geschäftsführer. Aus dem Verbandsgeschehen berichtete Christine Brandmeir von Bioland Deutschland. So hätten sich mit der soziokratischen Methode die Qualität der Entscheidung erhöht und die Gleichwertigkeit von Haupt- und Ehrenamt konnte betont werden.

 

Mehr Informationen unter www.anja-ritter.at oder www.soziokratiezentrum.org.

 

Dieser Artikel ist für die "Vorarlberger Nachrichten - Heimat Dornbirn" entstanden.

 

Foto: Plattform V

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