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Über das MutterSEIN Vol. 1

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Immer wieder komme ich mit (vor allem) Frauen ins Gespräch, die fragen: Wie das Mutter SEIN denn so?

Wie ist es denn wirklich (für mich)?

 

Als ich noch kinderlos oder schwanger war, da sah ich die Frauen im Cafe sitzend mit selten quengelndem und oft sogar schlafendem Kind. Das es bis dorthin und einem pünktlichem Erscheinen oder gar vor Ort noch nicht ganz stressfrei abläuft oder empfunden werden kann, sagt dir niemand. Kann ja sein, das andere Kinder folgsam, brav und angepasst sind. Ich wollte und will das auf jeden Fall nicht. Obwohl! Es wäre ja doch hier und da einfacher als Mutter, als wenn du mit einem Menschen (was das Kind, so klein es auch sein mag, ist), kommunizieren, reden, verhandeln musst, Konflikte und Kompromisse eingehst. Anmerkung: Ich bin keine Pädagogin (zumindest nicht in der frühkindlichen Erziehung), auch habe ich keine wissenschaftlichen Studien jetzt und hier auch vorzulegen. Ich bin einfach Mutter. 

 

Da schläfst du einfach monate-, jahrelang keine Nacht mehr durch. Bis zur Erschöpfung. Von den Hämorrihden, den Schmerzen und dem wochenlangen nicht sitzen können nach der Geburt erzählt dir ja nicht so oft wer. Das WochenBETT mutiert zum "Ach-soooo-süß-dieses-kleine-Baby-Schauen" ohne Rücksicht auf die Mutter. SIE ist es, die eben gerade vor wenigen Stunden und Tagen ein Kind geboren hat und von einem auf den anderen Tag ein komplett neues Leben, neue Rollen inne hat. Sie ist es, die nun mit einem oder gar mehreren neuen Menschen zusammen lebt. Sie ist es - im Prinzip - die Grenzen (auch gegenüber anderen Menschen) setzt oder setzen sollte. Das ist in dieser Situation dann aber nicht ganz einfach. Bist du Mutter? Dann weißt du das. Oder nicht? Ja, ja ... die Hormone und so. Die packen eben nicht immer alles in eine rosa Wolke, die spielen auch manchmal oder öfter verrückt!

 

NEIN! Die Mutterschaft bereue ich nicht

Nein, nicht das ich meine Mutterschaft bereue. Mein Sohn war ein lange ersehntes Wunschkind. Durch und durch. Ich liebe mein Kind.

 

Und doch: Wäre ich zu dem Zeitpunkt als ich schwanger wurde noch gerne länger geritten, auf dem Pferd gesessen und meinem ursprünglich erlernten und zuletzt wieder ausgeübten Beruf nachgegangen. Das aber eine andere Geschichte und einem der folgenden Blogartikel.

 

Klar! Ich bin gerne mal (zumindest ein paar Stunden oder anfangs eine halbe Stunde) alleine. Ich brauche das. Nicht einsam. Alleine. Mit mir. Für mich. Das ist ein Unterschied. 

     

Und doch: Bin oder wäre ich gerne entsprechend entspannt und pünktlich bei einem vereinbarten Termin. Gerne habe ich auch die Hände frei, um mir und uns was zu machen oder die Hose nach dem Klogang wieder hoch zu ziehen. Für all jene, die das mit Kind im Arm noch nicht versucht haben: Runter geht einfacher ... das sage ich euch oder wisst ihr wahrscheinlich eh!?


Da lässt du 13 Menschen an deinen intimsten Stellen werkeln

Du saugst und putzt fünf Mal soviel als wenn du alleine bist und doch ist es das größte Geschenk auf Erden. Ein Wunder. Ein Wunder der Natur. Eine Zeit und Erfahrung, die ich in meinem Leben nicht missen möchte. Zu sehen, dass da in Schwangerschaftswoche fünf schon ein Herz schlägt. Zu Beobachten wie schnell dieses schlagende Herz Formen annimmt. Zu spüren, dass da was in dir lebt. Auf den nächsten schmerzenden Fußtritt im rechten Lungenflügel warten, um zu wissen das alles gut ist. Auf Diät gesetzt zu werden und den Bus anstelle des Fahrrades zu nutzen, für jemanden, den du nicht mal selbst kennst.

 

Sich unters Messer setzen zu lassen und mindestens 13 Personen an deinen intimsten Stellen werkeln und an deinen privatesten Momenten teilhaben zu lassen. So viel zum Thema: Ich wollte eine Wassergeburt mit maximal dem Kindesvater und einer Hebamme.

 

Ja, die Pläne ändern sich. Mit (und auch ohne) Kind. So wurde aus dem viel Tragen nichts und der Kinderwagen war nach drei Monaten uninteressant. Ebenso wie dann auch die Kutsche (Fahrradanhänger). Und nun fahren wir bereits wieder mit dem Fahrrad. Und daneben fährt er mit dem Laufrad (total entspannt mitten in der Stadt, wie ihr euch vorstellen könnt). Dafür total verlangsamt und entschleunigt. Denn ... auch an der Hauptstraße gibt es so dieses und jenes Blümchen oder den einen oder anderen Käfer zu entdecken. Es ist einfach schön zu sehen, wie wenig es braucht, um wirklich glücklich zu sein. Ich mag das! Nicht immer! Falls ich auch "mal" was anderes tun soll(te). Wie hast du das mit der Mobilität und dem Kind so erlebt?


30+6 und dann betreut sich das Kind selbst

Und wie war das nochmal? Mit 30+6 (oder vlt. auch +18) Monaten braucht das Kleinkind KEINE Betreuung mehr!

 

Anmerkung: Das Modell des Kinderbetreuungsgeldes in Österreich sieht maximal 30 Monate (+6 Monate, wenn der Vater das Kinderbetreuungsgeld ebenso in Anspruch nimmt) vor. Die Pensionsversicherung sieht 4 Jahre (30+18 Monate) als Kindererziehungszeiten. 

 

Oder wenn man so will macht das ab diesem Zeitpunkt die Mutter (in vielen Fällen) kostenlos, unbezahlt. Einer der wichtigsten und zukunftsfähigsten Jobs!

 

Naja, ist doch viel einfallsreicher einen bereits wohlhabenden Geschäftsmann oder einen Konzern zu unterstützen beim Produzieren von Dingen, die wir nicht brauchen. Denn: Das wird entlohnt, wertgeschätzt und du zahlst dafür jemanden anderen, der dein Kind betreut. Und du als Mutter bist bei den tränenreichen Abschieden hin und her gerissen. Hinterfragst! Mmmmhh!?

 

So wünsche ich euch ganz segensreiche, freudige Stunden, viele Umarmungen, Nähe und fliegende Busssis mit Kind und Kegel. 

 

Eure,

Andrea*

 

PS.

Egal wie DU "Familie" lebst. Als Vollblutmutter und Vollzeithausfrau. Als berufstätige Mutter. Es muss in erster Linie für dich stimmig sein. Und jede Mutter hat wahrscheinlich konkret ihre Gründe, wieso sie es so macht, wie sie es macht. Sei es finanzieller, gesundheitlicher, persönlicher Natur. Denn: Ist die Mutter zufrieden und glücklich, so haben wir auch glückliche Kinder! Mir dabei wichtig ist: DAS KIND als vollwertigen Menschen zu sehen, um auf deren Bedürfnisse einzugehen (natürlich mit klaren Grenzen!). Vielleicht sogar den bedürfnisorientierten Erziehungsstil oder die Neue Autorität zu leben. Jede/r macht da so seinen eigenen und partnerschaftlichen Weg, wenn ein Kind geboren wird. So, bitte geben wir den "neuen" Müttern nicht sooo viele Rat-Schläge. Das Wort an sich sagt ja bereits viel darüber aus! Oder?

 

PPS.

Und überhaupt und sowieso ... Welche Mutter will denn schon mal über etwas anderes als Kind und co. reden!?

 

PPPS.

Das Bild im Teaser von mir entstand in einem Fotoshooting für ein aktuelles Portraitfoto für meine freiberufliche Tätigkeit ab 2019 - örtlich und zeitlich flexibel in meinen kinderfreien Stunden. Fotocredit: Reinhard Friedauer (@friedauer_foto_art). DANKE dafür! Die beiden andere Bilder hier im Artikel: Private Urlaubsschnappschüsse. 

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