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Über das MutterSEIN Vol. 4

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Hui, ein Jahr ist´s her seit "Über das MutterSEIN Vol. 3" erschienen ist. Seit Sommer 2020 liegt der Titel "Über das MutterSEIN Vol. 4" als Entwurf am Blog. Die intensive Zeit als Mutter in den Ferien bietet wohl immer wieder Anlass dazu darüber zu schreiben. So habe ich an diesem Beitrag nach den Weihnachtsferien weiter geschrieben, auch wenn´s nun mit dem Veröffentlichen doch nochmals gedauert hat. Nun ist ER da. Dieser neue Blogartikel. Achtung! Für die männlichen Leser - es ist womöglich etwas feministisch geschrieben, wenngleich faktenbasiert. Ihr könnt mit mir gerne ins Gespräch kommen, z. B. in den Kommentaren im zugehörigen Posting auf www.instagram.com/krautblog oder aber in Direktnachrichten oder total gerne das persönliche Gespräch. 

Dieser Artikel könnte auch unter dem Titel laufen: Wie aus dem Wohnzimmer wieder ein WOHN-Zimmer wurde und kein reines Spiel-, Schlaf- oder Was-Auch-Immer-Zimmer für viereinhalb Jahre, wo ich als Mutter und Frau meinen Platz nicht mehr fand. Ja, tatsächlich habe Raum für mich dort zurück erobert, wenngleich meine Arbeitsfläche / Büro im 9m² großen Kinderzimmer auf einen Quadratmeter mit Tisch und Stuhl und zwei Regalböden im Schrank schrumpft. Es reicht. Und sonst ziehe ich an den Küchentisch im Wohnzimmer zum Arbeiten um. Mittelfristig gesehen wird meine Büroecke eh im Wohnzimmer sein, nachdem ich mir vorstellen kann, dass ein pubertierender Jugendlicher dann nicht mehr unbedingt die Mutter im Zimmer braucht. Ach, da mache ich mir doch grad glatt bald mal in meiner Me-Time mal etwas Platz in meinem Bücher-, Kräuter- und Saatgutschrank in der Küche. 

 

Was letztens in den Social Media Kanälen oder auch bei Konferenzen auch öfters aufgetaucht ist, sind Themen um neue Familien- und Lebensstrukturen und was es bedeutet Mutter und Hausfrau heute und zukünftig zu sein. Spoiler: Ich würde mal sagen diese Themen sind unabhängig von meiner Blase aufgetaucht. Ja, die Zeit ist eine andere als noch vor 40 Jahren. Die Familienstrukturen sind andere - auf Großeltern, Tanten und co. ist oft kein Zugriff mehr, aus welchen Gründen auch immer. So erfahre ich es zumindest tagtäglich bei mir selbst wie auch in meinem sozialen Umfeld, den lieben Freunden. Die Menschen - der heutige Mann und Vater, die heutige Frau und Mutter sind anders, wenngleich wir uns alle gerade noch in einer Phase der Desorientierung befinden oder wie es gerade erst diese Tage beim Ideationday der Forschungsförderungsgesellschaft in Österreich die Moderatorin mit dem Hashtag #identitätenimübergang zusammenfasste. Das, weil sich (alte) Rollenbilder verändern, neue Bilder und Strukturen allerdings noch nicht da sind. Vorbilder (komplett) fehlen. Das der Beruf "Hausfrau" oder "Mutter" (auch wenn er mir selbst als einer der Wichtigsten überhaupt erscheint!) in keinem Formular als offizieller Beruf zählt, ist nichts Neues. Das sich Männer vielmals nicht mehr in ihrer "Ernährer-Funktion" sehen wollen, sie sich aber gleichzeitig noch nicht in einem neuen "Familienmodell" finden, zeigt sich vielerorts. Ja, auch wenn wir "Papamonat", "Väterkarenz" oder "Pensionssplitting" reden, sollten wir da doch noch die Zahlen - die sich aus der Praxis ergeben - ansehen. Nach 30 + 6 Monaten (spätestens aber zum vierten Geburtstag des Kindes, wenn wir dazwischen mal 1,5 Jahre unbezahlt die Care-Arbeit übernehmen) betreut sich da Kind nämlich selbst, um im Mindestumfang von 20 Wochenstunden einer Erwerbsarbeit nachgehen zu können. Ich habe darüber berichtet. Ja, ich wiederhole mich. Auf jeden Fall: Altersarmut von Frauen ist tatsächlich immer noch - ach, in dieser doch so "fortgeschrittenen" Welt - ein großes Thema. Denn sollten sich die 20 Wochenstunden Erwerbsarbeit mit Kindern dann mal irgendwie ausgehen, wird es dann mal nicht so schnell mehr viel mehr werden. Schön, wenn es Männer gibt, die da 20 Prozent deren Pensionskontogutschrift Ihres vollen und meist sehr viel höheren Jahresgehaltes als der Mutter mittels Pensionssplitting. Na, aber mehr wäre da drinnen - nämlich die jährlichen Pensionsgutschriften 50:50 aufzuteilen, nachdem in den meisten Fällen die Entscheidung und damit auch Verantwortung für ein Kind von Mutter und Vater gemeinsam übernommen wurden. Denn, wir werden noch mehr davon weiter unten lesen und ich ihr hattet wahrscheinlich mehr darüber bereits gelesen. Themen, über die wir auch noch in einigen Jahren lesen werden, wie ich vermute.

Nichtsdestotrotz freue ich mich über alle, die ihr Kind zu Hause lassen können (weil´s beim Wollen oft nicht bleibt) und viel Zeit als Mutter, Vater und Familie mit den Kindern verbringen dürfen/können. Im MutterSEIN. Im FamilieSEIN. Die Kinder schätzen das und brauchen das. Ich habe darüber in "Über das MutterSEIN Vol. 2" geschrieben. Wenngleich ich als Frau spürte, dass ich neben dem MutterSEIN noch etwas Anderes in der Gesellschaft bewegen möchte (KRAUTBLOG gehört da dazu!) oder zwischenzeitlich auch mal an eine gewisse Altersvorsorge denke, liegen zwischen dem Dürfen und dem Müssen einfach nochmals zwei Welten. "Das hätte ich mir auch nie gedacht. Bevor ich ein Kind hatte." Was? "Ja, das mein Kind mit eineinhalb Jahren in eine Kinderbetreuungseinrichtung gehen wird. 2 Halbtage (Anm. Das sind pro Woche gesamt 4 bis 6 Stunden für die Mutter und ihr Sein o/u Tun von 168 Stunden). Und ja, nun auch im Kindergarten. Ja, mein Sohn ist auch ganze Tage dort." Veränderungen prägen unser Leben, mit Kindern noch einmal mehr. Pläne ändern sich täglich, wenn nicht stündlich. Das auch wenn es - wie bei - mir das gewünschteste Wunschkind ever ist. Es ist so wie es ist. Vor allem aber ist es gut so wie es ist.  Nachdem ich als Frau und alleinerziehende Mutter einfach für die täglichen Brötchen zu sorgen habe (bis ich Selbstversorgerin bin). Ja, ich bin seit Mitte 2020 auch höchst offiziell Alleinerzieherin.

 

Dazu gerade passend und schön, dass ich da gerade über einen Beitrag von einem Mann* in den Social Media Kanälen gestolpert bin, der folgendes schreibt

Was kostet eine Frau und Mutter jedes Jahr, die nicht arbeiten geht? 

  • 33.556 Euro ... kostet eine Vollzeit-Nanny umgerechnet im Jahr.
  • 4.757 Euro ... kostet eine professionelle Reinigungskraft.
  • 12.373 Euro … kostet ein persönlicher Einkäufer.
    Anm. Im Schnitt verbringen Frauen oder Mütter rund vier Stunden pro Woche mit Einkaufen / der Organisation des Einkaufes für die Familie.
  • 11.419 Euro … würde ein Koch kosten, der jeden Tag eine warme Mahlzeit auf den Tisch zaubert.
  • 3.567 Euro … kostet eine Finanzplanerin (Berechnung des Budgets, Rechnungen bezahlten, etc.). Damit hat sie noch nicht mal Haushaltsbuch geführt.
  • 823 Euro … würde es kosten, wenn Mann seine Frau bezahlen müsste, wenn sie ihn zu gelegentlichen Business-Essen begleitet.
  • 1.187 Euro … würde für die Wäsche draufgehen.

Das macht zusammen 67.682 Euro im Jahr.

Im Prinzip können es sich die meisten von uns sich das gar nicht leisten. Daher sollte sich Jede*r von uns mal Gedanken machen, was unsere Frauen und Mütter leisten. Und es besteht gar kein Zweifel, dass unsere Frauen das gleiche Anrecht auf den Verdienst des Mannes hat, wie er selbst. Sie leistet schließlich mehr als er und arbeitet auch definitiv mehr Stunden am Tag. Daher! Ein Hoch auf unsere Frauen und Mütter." 

 

Ja, so ist es. Unser Tun als Frauen und Mütter ist vor allem WERTVOLL und dazu noch systemrelevant, wenn wir als Homo Sapiens nicht aussterben wollen. Tatsächlich wird einer der wichtigsten Berufe in unserer Gesellschaft leider (immer noch) wenig wert-ge-schätzt. Die Lobby für die Frau im Haushalt und als Mutter gibt es praktisch nicht. Da müssen und vor allen dürfen wir uns jede selbst auf die Beine stellen und darauf aufmerksam machen.  Denn wir sind nicht "eh (nur) zuhause und können ja auch noch ...".

 

Für die Menschen, das System Familie, für unsere Kinder gibt es nichts wichtigeres als die Anwesenheit - das da-SEIN. Von Mutter, Vater oder wem anderen zuhause. So auch offizielle Studien. Ich habe darüber bereits auf KRAUTBLOG geschrieben. Und ja, auch wir haben am Ende des Tages gearbeitet, wenn auch unbezahlt - auch wenn wir "eh, nur zu Hause waren" und vielleicht da zusätzlich zu oben Angeführtem noch unserer selbstständigen oder unselbstständigen Tätigkeit im Home Office nachgegangen sind. Auch wir sind müde am Abend nach einem 14-Stunden-Plus-Tag "nur" zu Hause sein. Nach einem Tag in den Rollen als Nanny, Reinigungskraft, Köchin, Einkäuferin, Finanzplanerin, Wäscherin und als Alleinerzieherin nebenbei noch als Unternehmerin, Arbeiterin oder Angestellte. Wir Frauen und Mütter sind es die (nach wie vor noch immer noch) das System Familie erhalten und damit einen ganz wesentlichen, gesellschaftlichen Beitrag leisten. Ein Beitrag zum Leben an sich. Auch wenn dies vielfach nicht gesehen wird und emotionale oder gar ausgesprochene Anerkennung erfährt. Von der monetären Anerkennung oder gar der gleichmäßigen Aufteilung des Familieneinkommens mal abgesehen. Das wohl auch einer der Gründe, wieso Paarbeziehungen (wenn Kinder ins Leben von Mann und Frau treten) in die Brüche gehen können bzw. gehen (wovon ich mich selbst nicht herausnehmen kann und will). 

 

Na, und wer hat sich bei dir und euch zu Hause durch die Corona-Pandemie mit den verbundenen Lockdowns, massenhaften E-Mails und Informationen von Seiten Schule, Kindergarten, Kinderbetreuungseinrichtung und Firma oder einer nebenbei beim Laufen zu haltendenden Unternehmen rum geschlagen? Ich vermute zum überwiegenden Teil: Die Frau! Ob sie nun wollte, konnte (oder auch nicht). Sie macht das. Nach wie vor und noch länger. Und hoffe, dass sich die Frauen unter sich in Dörfern zusammen schließen, denn so ganz alleine ist das für die Frauen, noch für die Kinder gesund. Wir Frauen können über lange Zeit unsere eigenen Bedürfnisse hinten an stellen, doch aus Erfahrung ist es wichtig uns selber zu spüren und auch auf uns selbst zu hören. Und die Kinder? Sie brauchen wirklich nicht viel. Ich hab´s ja schon erwähnt. Ich kann daher die Frage, die ich mir selbst seit fünf Jahren oft genug und immer wieder stelle, gerne auch an euch weitergeben: "Was braucht das Kind jetzt und hier wirklich?" Es braucht Menschen, denen es vertrauen kann und die in jeder Situation für das Kind da sind. Das Kind benötigt Kinder, um wachsen und sich weiterentwickeln zu können.

 

Du möchtest mehr dazu erfahren. Na gerne noch mehr von mir und meinen unverblümten Gedanken, worüber viele nachdenken und doch weniger darüber sprechen z. B. unter 

Mit der Haltung, dass ich es mir nicht anders vorstellen könnte oder gewünscht hätten oder einfach der inneren Haltung der Liebe, verändert sich viel in unserem Inneren. Dann ist das am Boden tobende und sich nicht anziehen wollende Kind auch nicht mehr soooo schlimm, dass wir nur noch schreien (könnten, täten, würden). Bleiben wir erstmals einfach bei uns selbst. Ausatmen. Einatmen. Ausatmen.

 

Und, es sind nicht die Kinder, die uns ärgern in so manchen Situationen. Wir als Erwachsene selbst sind es, die sich über ein Verhalten einer anderen Person (egal ob Kind oder Erwachsener) ärgern, wenn dieses NACH UNSEREN VORSTELLUNGEN gerade anders aussehen sollte oder nicht zu UNSEREN WÜNSCHEN oder ZIELEN passt. Vor allem aber hat das nichts MIT DEM MENSCHEN, der sich gerade nicht so verhält, wie wir es gerne hätten, zu tun. Der Mensch ansich ist in Liebe geboren und liebenswert. Unterlassen wir Pauschalierungen wie z. B. "Hab ich´s ja gewusst!", "Aus dir wird ja eh nichts!", "Ich bin keine gute Mutter!", "Da gibt´s einfach nichts zu diskutieren!". Bleiben wir im Gespräch miteinander. Wohlwollend. Respektvoll und Wertschätzend.

 

So wünsche ich euch eine feine Zeit. Die nächsten Ferien stehen ja bereits vor der Türe. Genießen wir die Zeit mit unseren Kindern. Einfach mit unserem DA SEIN - ohne Mobiltelefon, daneben noch schnell dies oder das zu machen, hier oder dort hin zu fahren, das erledigen, diesen Ausflug zu planen. Ich stelle mir immer wieder vor, wie schnell es gehen wird, dass wir als Mama oder Papa bald nicht mehr die Highlights des Tages sein werden. Andrea*

 

* Wilfried Flatz via Facebook
Fotos: Pia Berchtold für House of Klunkar

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