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Über das MutterSEIN Vol. 2

Vorab. Wer´s noch nicht kennt. Hier geht´s zu „Über das MutterSEIN Vol. 1“. Und was das ganze mit Nachhaltigkeit und dem nachhaltigen Kommunizieren zu tun hat? Weiter unten.

 

Und dann. Plötzlich hast du wieder Sesseln am Esstisch. Du fragst dich wieso? Oder wie es überhaupt dazu kam, dass keine Sesseln beim Tisch standen?

Ein Kind, ein ganz wunderbares, kam zur Welt. Die Details hast du ja sicher bereits gelesen in „Über das MutterSEIN Vol. 1“. (M)Ein Kind. (M)Ein Sohn. Ich besitze ihn ja nicht. Und dieser Junge lernte sich aufzurichten, wollte stehen und gehen. Nahm sich dazu den Sessel (sehr klug!) zur Hilfe. Er stand. Er ging. Zur Freude des Nachbarn. Oder eben nicht. Er war ihm zu laut. Aber nicht nur er. Auch mein wöchentliches Staubsaugen und mein Gehen. Und ich liebe die Ruhe. Ich brauche die Ruhe. Demnach sind wir – soweit mit Kind eben möglich – ruhig. Ja, und? Kind kann gehen, die Sesseln heben und der Nachbar ausgezogen. Ach, und die Sessel stehen wieder am Tisch. Manchmal auch nicht. Wir lieben es auf Bällen zu sitzen. Sesseln irgendwo hintragen, um rauf zu kommen. Das ist jetzt Thema.

 

Wenn laufen lernen auch kein mehr Thema ist, fährt er nun Fahrrad. Ich neben ihm her. Im Straßenverkehr. Er auf dem Gehsteig. Ich ganz relaxed. Versteht sich von selbst. Obwohl: Mit dem Rutschauto wollte er auf der Straße, wo auch alle anderen Autos fahren, fahren. Also, ganz easy – die Phase des Auf-der-richtigen-Straße-fahren ist um. Es folgt die Nächste. Phase. Bestimmt. Nun gut, wir fahren mit dem Fahrrad zum Einkaufen, zum Spielplatz, zum Lieblingscafe, zur Kleinkindbetreuungseinrichtung. Ja, er geht da hin. Das hätte ich mir auch nie gedacht. Bevor ich ein Kind hatte.

 

 

„Die hätte ja kein Kind gebraucht, wenn sie es eh nur in die Betreuung steckt“, so bin ich aufgewachsenen. So das inhalierte Gedankenmuster. Und nun. Mein Sohn ist seit er eineinhalb Jahre alt ist stundenweise außerhäuslich betreut. Ob mir das leicht gefallen ist? Nein! Ganz und gar nicht. Du kannst dir vorstellen, wenn dir „jemand“ die ganze Zeit den obigen Satz sagt, wie leicht das fällt. Tränen flossen. Ich hinterfragte, ob ich eine gute Mutter wäre. Ich schämte mich. Und doch merkte ich, dass ich Luft brauchte und brauche. Und, das nicht erst nach eineinhalb Jahren. Das erste Mal (naja, etwas früher wäre doch gescheit gewesen!) mit neun Monate altem Baby. Da wurde ich dann über ein paar Monate hinweg stundenweise über eine Familienhelferin bzw. dann eine erfahrene Babysitterin entlastet. Das ich wieder Luft zum Atmen bekam. Du hast Großeltern, die du dafür einsetzen kannst? Vielleicht sogar im selben oder nächsten Haus? Toll! Oder wurde bei dir die Luft mit Baby und Kleinkind auch mal oder trotzdem dünn? Und jetzt? Ja, wie ist es denn jetzt bei mir? Gut! Es fühlt sich gut an am Ende des zweiten Betreuungsjahres. Ich habe es angenommen. Ich habe wieder Luft zum Atmen. Für mich. Und kinderfreie Zeit. Zeit für mich.

berufstätige Mutter sein

Naja, mittlerweile eher Zeit gefüllt mit Arbeit. Doch, es macht Spaß. Gerade und vor allem dann, wenn ich morgens merke: „Er geht gerne in die Kleinkindbetreuungseinrichtung“. Natürlich gibt es auch andere Tage, die sich zu Phasen hinziehen. Und ja, das ist anstrengend. Doch bei bedürfnisorientierter Begleitung und Beziehung (sorry, das Wort Erziehung gefällt mir nicht, ich will ja nicht an einem Menschen ziehen, erziehen, dressieren) spielen auch meine Bedürfnisse eine Rolle. Und die beziehen sich nun mal nicht mehr 24/7 auf das Kind und den Haushalt. Wie ich für mich erkannt habe. Ich mag es frei zu sein. Unabhängig zu sein. Das hast du sicher bereits unter autark leben gelesen. Auch wenn ich gerne die Mutter wäre, die mehrere Kinder zu Hause großzieht. Mehrmals täglich kocht und bäckt. Den Haushalt alleine nebenbei schmeißt. Doch, wäre ich das wirklich gerne? Ja, manchmal. In den Phasen, die es nach wie vor gibt, in denen ich genau das gerne mache. Und wenn ich „nur“ (Hochachtung an alle Mütter!) das mache, merke ich es wäre einfacher. Doch die innere Stimme schreit kurz darauf. Es wird mir zu viel (von dem einen; vom MutterSEIN). Und doch oder gerade deswegen genieße ich die gemeinsamen Zeiten. Das sind ja doch noch ganze … mmmhh … 168 (!) Wochenstunden. Wow! Okay, minus der 21 betreuten Stunden und der meistens-Schlafzeiten (75 Stunden). Bleiben noch ganze 72 gemeinsame, wache Stunden pro Woche. Davon nutze ich zwei Tage die Woche ganz bewusst und nur mit dem Kind (ohne daneben noch was anders zu tun). Meistens. Oft. So bin ich mittlerweile davon überzeugt. Es geht nicht darum wie viel Stunden wir miteinander verbringen. Sondern, dass wir die Zeit, die wir miteinander haben für uns und unsere Beziehung nutzen. Da sind. Einfach DA SEIN. Mit dem Körper, aber vielmehr noch mit dem Kopf und vor allem mit dem Herzen. Gespräche führen, kuscheln, gemeinsam etwas Erleben dürfen, um daran zu wachsen. In dieser Kinderzeit auch ganz bewusst auf die Bedürfnisse des Kindes eingehen. Das heißt nicht – wie es so oft verstanden wird – keine Grenzen zu setzen. Die Liebe braucht Grenzen. Einen Rahmen.

 

Wie siehst du das?

Hattest und hast du als Mutter dein Kind in einer Betreuungseinrichtung noch bevor es fünf Jahre alt war?

Erzähle uns doch davon den Kommentaren dieses Beitrages auf www.instagram.com/krautblog.

 

Anmerkung: Unter "Zeit mit dem Kind > Geschenke" gibt´s auch noch was von mir zum Lesen. Vielleicht erst nach dem Lesen des folgenden und letzten Absatz dieses Beitrages?

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Natur er-leben mit Kind

Die Natur. Sie fasziniert mich. Nach wie vor. Immer und immer wieder. Diese Natur, Natürlichkeit und natürlichen Kreisläufe mit dem Kind zu erleben, macht das Ganze für mich noch spannender. Wie sieht das Kind noch? So ganz unverfälscht. Roh. Tatsächlich. Welche Fragen stellt das Kind? Nichts ist selbstverständlich und lässt uns über so manchen Prozess selbst wieder einmal nachdenken und sogar nachlesen. Was nimmt das Kind für sich mit? Was ist jetzt im Moment wesentlich für das Kind? Spannend. So eben kürzlich dem Kind zu zeigen: Wo, wie und wann die Heidelbeeren in der Natur wirklich wachsen. Wie diese echten Heidelbeeren schmecken. Wie sich die Blätter in den Fingern oder die Sträucher an den nackten Beinen beim Durchgehen. Vielleicht ein rascheln im Wald nebenbei zu hören und zu sehen, dass die Beeren eine ganz andere Größe und innere Farbe haben als die Beeren in der Plastikverpackung im Supermarkt.

 

Es ist unglaublich. Ja, ein Wunder. Die Natur. Der Mensch. Die Kinder. Das Kind. (M)Ein Kind. Es spricht bereits. Wir können einander erzählen und zuhören. Wenn zweiteres für ihn doch so manches Mal noch der schwierigere Teil ist. Und Ersteres mir dann nach zehn Stunden durchreden (tatsächlich!), wenn ich echt schon erschöpft und müde bin, ziemlich gegen den Strich geht. Trotzdem versuche ich auch in diesen Momenten noch aufmerksam zu sein, zu antworten, höflich zu sein. Auch wenn ich das nicht müsste oder mir zu Liebe mal nicht tun sollte. Doch mich fasziniert es einfach wie viel Power in einem solch jungen Kerlchen drinnen steckt, welch hohes Interesse an allem das ist. Zu beobachten wie er alles wie ein Schwamm aufsaugt. Das steckt wohl ein bisschen Mama drinnen, die das auch nur zu gut kann (sich alles zu merken und dran zu denken; erleichtert das Leben ja unheimlich oder eben nicht immer, denn das kann auch ganz schön anstrengend sein).

 

Es liegt auch in der Sache der Natur, dass sich am Anfang beim Neugeborenen alles um dessen Bedürftigkeit drehte. Das Versorgen mit ausreichend Nahrung, Schlaf und die Hygiene. Diese ursprünglichsten Dinge kann er bereits - wenn er will - alleine machen. Wie die Zeit verfliegt und wir leben. Wir uns verändern. Wir uns weiterentwickeln. Es bleibt nicht stehen. Der Fluss des Lebens. Gehen wir mit. In unserem Tempo. Spoiler: Das erste Lebensjahr des Kindes war eindeutig nicht meine Geschwindigkeit. Das Tempo zu hoch. Die Zahl der Veränderungen zu viel. Die Nächte zu kurz. Die Tage zu lange. Und doch hat mich das Leben in diesem ersten Lebensjahr meines Sohnes wieder so einiges gelehrt. Ich habe mich weiterentwickelt. Ich bin mitgegangen. Ich bin angekommen. Als Mutter. Als berufstätige Mutter. Als Partnerin. Als Freundin. Bei mir.

 

Alles Liebe,

Andrea*

 

 

PS: Ich freue mich über deine Herzen und Kommentare in den Social Media Kanälen.

 

PPS. Du wartest noch auf die Auflösung der ersten Frage im Text? Oder hast du die bereits FÜR DICH gefunden? Ich meine so zu leben wie ich es praktiziere - zumindst nach meinen zur Verfügung stehenden Ressourcen und Möglichkeiten versuche - ist nachhaltig. Über solche Dinge zu sprechen, zu erzählen, mit meinen Gedanken und meinem Leben zu inspirieren ist ganz klar nachhaltige Kommunikation. Denn blättern wir im Duden nach spricht der beim Begriff "Nachhaltigkeit" von "Ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll.", von "Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann" oder bei "nachhaltig" von "sich auf längere Zeit stark auswirkend". Was beim (er)Leben mit Kind zutrifft. Meine ich.  

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